Besamung
Es gibt 2 Arten von Besamungen:

   1.  vaginale Besamung
   2.  intrauterine Besamung

Die Wahl der Besamungsart hängt von dem Ejakulat des Rüden ab. Frischsamen kann bei guter Qualität in der Scheide (vaginal) platziert werden, da die Spermien selber ihren Weg durch den Muttermund (Cervix) finden. Dieser ist hierbei die größte Hürde.

Die intrauterinen Besamungen werden bei gekühltem Samen und Tiefgefriersamen angewandt.

Von besonderer Bedeutung ist sie für den Tiefgefriersamen, da die Spermien nach dem Auftauen nur 24 Stunden vorwärtsbeweglich sind und der Muttermund (Cervix) ein zu großes Hindernis für die Spermien darstellt.

Vor der Besamung sollte
immer eine Untersuchung der Hündin durchgeführt werden, um den richtigen Besamungszeitpunkt  zu bestimmen. Der optimale Besamungszeitpunkt ist vor allem für die Verwendung von Tiefgefriersamen von Bedeutung und beeinflusst maßgeblich den Besamungserfolg.
Bei der vaginalen Besamung wird der Samen genau wie beim natürlichen Deckakt in der Scheide (Vagina) abgesetzt.

Von dort aus gelangen die Spermien innerhalb kürzester Zeit (ca. 20 min) durch den Muttermund (Cervix) in die Gebärmutter (Uterus) und dann in die Eileiter (Salpinx). Dort bleiben sie bis zur Befruchtung. Diese Besamung wird mit Hilfe einer Besamungspipette vorgenommen.
Vaginale Besamung
Die Pipette wird mit Hilfe eines Spekulums möglichst weit nach vorne in die Scheide (Vagina) eingeführt. Das Hinterteil der Hündin wird etwas angehoben und der Samen vor dem Muttermund abgesetzt.
Um ein Rückwärtsfließen der Spermien zu verhindern wird die Hinterhand der Hündin einige Minuten erhöht gehalten. Dieser Vorgang imitiert das Hängen des natürlichen Deckaktes.

Die Besamung wird von den meisten Hündinnen gut toleriert, da Sie während der Duldungsphase der Läufigkeit erfolgt, sodass eine Sedierung nicht notwendig ist.

Es gibt drei verschiedene Methoden der intrauterinen Besamung:

    Norwegischer Katheter

    Endoskopische Besamung

    Chirurgische Besamung
Intrauterine Besamung
Die Katheter, die in Norwegen für die Nerzfarmen entwickelt wurden, eignen sich hervorragend für die intrauterine Besamung beim Hund.
Zuerst wird die Kunststoffhülle in die Scheide (Vagina) der Hündin bis zum Muttermund (Cervix) eingeführt. Danach wird der Muttermund von der Bauchwand aus mit einer Hand ertastet und vor die Kunststoffhülle gelegt, während die andere Hand den Metallkatheter zum Muttermund und durch diesen hindurch führt. Dann wird die Besamungsdosis durch den Metallkatheter in die Gebärmutter (Uterus) gebracht.

Diese Technik benötigt sehr viel Erfahrung und wird nur von sehr wenigen Tierärzten durchgeführt. Sie wird auch heute noch in erster Linie in Skandinavien angewandt.

Bei großen und schweren Rassen ist aufgrund des Bauchumfanges diese Technik teilweise sehr schwierig, da der Muttermund (Cervix) kaum zu ertasten ist.

Die Hündinnen akzeptieren - wie beim Deckakt von der Natur vorgesehen - die Besamung in der Regel ohne größere Abwehrbewegungen und brauchen weder Sedation noch Narkose.
Norwegischer Katheter
Besamung mit dem norwegischen Katheter
Kunststoffhülle mit Metallkatheter
Die endoskopische Besamung hat in den letzten Jahren weltweit an Bedeutung gewonnen. Auch bei dieser Methode wird bei der Hündin meist weder eine Sedation noch eine Narkose benötigt. Ein starres Endoskop wird in die Scheide der Hündin eingeführt und unter Sichtkontrolle zum Muttermund (Cervix) vorgeschoben. Danach wird ein Katheter durch den Arbeitskanal des Endoskops zum Muttermund vorgeschoben und unter Sichtkontrolle versucht, diesen zu passieren.

Aufgrund der anatomischen Gegebenheiten der Hündin kann der Vorgang bis zu 45 min dauern. Im Gegensatz zum norwegischen Katheter geschieht die endoskopische Besamung unter visueller Kontrolle, sodass der Besitzer den Vorgang auf einem Bildschirm mitverfolgen kann. Nach Passage des Muttermundes wird die Besamungsdosis durch den Katheter in der Gebärmutter abgesetzt.
Endoskopische Besamung
endoskopische Besamung
Cervix mit Besamungskatheter
Chirurgische Besamung
Die chirurgische Besamung ist in den USA eine gängige Methode, wird hier in Europa aber von den meisten Besitzern abgelehnt.

Für die Besamung wird die Hündin einer Kurznarkose unterzogen und ein kleiner Bauchschnitt durchgeführt. Die Gebärmutter wird hervorgelagert und die Besamungsdosis wird die Gebärmutterhörner injiziert. Da die chirurgische Besamung ein invasives Verfahren ist, sollte es nur in Einzelfällen angewandt werden.

Vorteile dieser Methode sind die größte Sicherheit bei der intrauterinen Samendeponierung und das Einsparen von Samenzellen, da nur eine geringere Samenmenge benötigt wird.
Injektion der Besamungsdosis


Hundesamenbank Dr. Carola Möhrke